Grundkurs Hochbau und Tragwerk - Referenzikone

Ikone: Bauernhaus aus dem Engadin, Schweiz

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Das Engadinerhaus ist ein Bauernhaustyp aus dem Engadin, dem Vinschgau und dem Tiroler Oberinntal.

Typisch für das Engadinerhaus sind die wuchtigen Steinmauern, die oftmals mit der Sgraffito-Technik verziert sind, die tiefen Fensterfluchten, der Erker und die beiden Eingangstore in den Sulèr und den Stall an der Stirnseite.

Ein Engadinerhaus besteht meist aus mehreren Bauepochen und wurde je nach Bedürfnissen nach dem Additionsprinzip laufend erweitert und aufgestockt. Auf den alten Grundmauern, der durch Krieg und Feuer zerstörten Häuser, wurde das neue Haus gebaut.

Das Haus besteht aus einem hintereinander liegenden Wohn- und Wirtschaftsteil (Stall, Scheune). Der Wirtschaftsteil mit dem Heuboden ist wenn möglich nach Süden ausgerichtet, damit das Heu gut trocknen kann und für das Dorf gefährliche Heustockbrände verhütet werden können. Die typischen vertikalen Holzwände haben Lüftungsschlitze, die eine gute Durchlüftung des Heus gewährleisten.

Die massiv aussehenden Steinhäuser sind in ihrem Kern meist Holzhäuser. Die aus Holzbalken aufgezimmerten Wände wurden erst wenn sie sich gesetzt hatten und das Holz gut ausgetrocknet war, mit einer Mantelummauerung versehen. Deren Dicke ist an den tiefen trichterartigen Fensternischen ersichtlich. Auf der Strassenseite ist der Wirtschaftsteil ummauert, mit künstlichen oder aufgemalten Fenstern usw. herausgeputzt, während er auf strassenabgewandten Seite hauptsächlich aus Holz besteht.

Betreuung: Patrick Fessler